22.04.2012

Asch: „Kinder müssen uns etwas wert sein“ – Lebhafte Debatte zur Zukunft der Kitas im Haus der Vielfalt

„Geld für Kitas sind Investitionen in die Zukunft aller“. Diese Meinung teilten die Anwesenden bei der Fachdiskussion im Haus der Vielfalt. Auf Einladung des grünen Ortsverbandes informierte Andrea Asch, die grüne Sprecherin für Jugend und Familie im letzten Landtag, über die Zukunft der Kindertagesstätten und gute Betreuungsqualität. Mit ihr auf dem Podium diskutierten Thomas Portong, Geschäftsbereichsleiter Jugend und Schule der Stadt Lemgo, sowie Thomas Hinze, Jugendheimleiter in Herford und grüner Landtagskandidat für Lippe I. MdB Ute Koczy, einst selbst jugendpolitische Sprecherin im Landtag, moderierte fachkundig.

„Betroffene werden zu Beteiligten“ – mit diesen Worten charakterisierte Andrea Asch die Maßnahmen von Rotgrün für den Kita-Bereich. Schwarz-Gelb hätte mit dem KibiZ die Standards verschlechtert und Eltern und Personal im Regen stehen gelassen. Mit Grünen und SPD gebe es jetzt mehr Flexibilität für Eltern, einen bedarfsgerechten U3-Ausbau, und insgesamt bessere Rahmenbedingungen. Dazu gehören die transparente Beteiligung der Eltern und Beschäftigten und die Zuschüsse für neues Personal. Inklusion und Familienzentren würden stärker gefördert, gerade in sozialen Brennpunkten.

“Mit insgesamt 680 Millionen Euro Landesmitteln wollen wir bis 2013 gemeinsam mit den Kommunen den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr erfüllen. Damit wird NRW zu einem kinder- und familienfreundlichen Bundesland!“, so die grüne Abgeordnete. Auch die Eltern hätten von der Freistellung des gesamten letzten Kindergartenjahres profitiert. Asch kritisierte, dass CDU und FDP die besseren Personalstandards in Kitas abgelehnt haben.

Geschäftsbereichsleiter Thomas Portong zeigte sich mit dem Standard der Kita-Betreuung in Lemgo zufrieden. 2013 werde die U3-Quote 35% erreicht, so seine Prognose. Er betonte, dass die Lemgoer Politik richtig entschieden habe, knapper werdende Mittel in die Qualität der Kitas zu stecken, und dafür teilweise Standards an anderer Stelle zu senken; Beispiel Spielplätze: So wichtig früher solche Plätze überall gewesen wären, hätten sie sich heute an manchen Orten überholt.

„Wenn wir heute in Kitas investieren, erspart uns das vielfache Folgekosten bei der Fürsorge und Betreuung.“ Darauf wies Thomas Hinze in seinem Erfahrungsbericht hin. Er betonte, dass trotz sinkender Kinderzahlen die Zahl der Jugendlichen in Therapieeinrichtungen steige – und dies sei richtig teuer. Er forderte nachdrücklich dazu auf, von Beginn an kein Kind zurückzulassen.

In der Diskussion wurden Stimmen laut, die eine Angleichung der U3-Elternbeiträge an die Beiträge für Kinder über 3 Jahren forderten. Für die Lemgoer Grünen konnte Dr. Burkhard Pohl diese Forderung nachvollziehen. Nach der Wahl werde man neu entscheiden müssen, wenn das Land NRW wie geplant weitere Mittel in Kitas und frühkindliche Bildung investiere.

Dies versprach Andrea Asch für die neue Legislaturperiode. Rotgrün wolle ein neues Kita-Gesetz. Das werde auch den Kita-Leitungen und unter bezahlten Beschäftigten zugute kommen. Denn: „Kinder haben ein Recht auf Bildung, Erziehung und Betreuung durch gut ausgebildetes Personal.“ Allerdings müssten sich auch die reichen Kommunen in die Pflicht nehmen lassen.

Am Nachmittag hatte Andrea Asch die Stiftung Eben-Ezer und den AWO-Stadtteiltreff Biesterberg besucht. Asch, früher selbst Sozialarbeiterin, zeigte sich beeindruckt durch die engagierte und erfolgreiche Basisarbeit im Stadtteil. Hier werde der Grundstein für Integration gelegt. Sie gratulierte Leiter Sven Neese und Mitarbeiter Hamza Turan zu der geleisteten Arbeit.

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