Das Ende der Nordumgehung?

 Das war sicher anders geplant: Doch die kürzliche Verkehrszählung durch die CDU zeigt eines deutlich: Die Belastung auf der Gosebrede und Richard-Wagner-Straße ist stetig rückläufig. Dies stellt den geplanten Weiterbau der Westumgehung noch weiter infrage. Was in den 70er Jahren des vergangen Jahrhunderts zu dem Plan geführt hat, eine Umgehungsstraße zu bauen, um den nördlichen Stadtbereich zu entlasten, ist heute nicht mehr zu halten. Jetzt ist es Zeit die Realität anzuerkennen.

 2004 war in der Verkehrsprognose noch zu lesen, dass im Jahre 2015 täglich 25100 Fahrzeuge die Gosebrede/Richard-Wagner-Straße befahren würden, wenn die Westumgehung nicht gebaut würde. Für den Fall des Baus waren noch immer 18100 Fahrzeuge prognostiziert. Diese geringe Entlastung für sich würde einen Straßenbau kaum rechtfertigen.

 Auf Initiative der CDU legte die Verwaltung nun Zählmatten aus, um aktuelle Zahlen zu ermitteln. Das Ergebnis von 17893 Fahrzeugen in 24 Stunden belegt, dass es nicht verantwortbar ist, weiterhin Geld in die Planungen der Westumgehung zu investieren. Wenn man den 75%-Anteil des Ziel- und Quellverkehrs abzieht, kann man sich die Frage stellen, wer dann noch auf der Umgehungsstraße fahren soll?

 40 Jahre nach den ersten Planungen zur Nordumgehung ist es an der Zeit, dieses Vorhaben endlich zu beenden. In Zeiten, in denen das Geld endlich ist, warten weitaus wichtigere Projekte auf die Realisierung. Der Nordabschnitt der Westumgehung gehört nicht mehr dazu.

Herr Dr. Pohlmann beklagt in der Presse, dass LKW eine spätere Autobahnausfahrt nehmen müssten. Dies lässt einen Schluss zu: Der CDU geht es nicht um die Anwohner der Gosebrede und Richard-Wagner-Straße, auch nicht um die Menschen im Norden Lemgos. Es geht einzig um schnelleren LKW-Transport und mehr Verkehr durch das Ilsetal.

Ein Blick auf die Zahlen macht deutlich, was bereits vor einigen Jahren vorhergesagt wurde: Die Schere zwischen der Prognose aus dem Gutachten zur Linienbestimmung und den realen Zahlen geht immer weiter auseinander. Die CDU hat das Thema inhaltlich neu für sich entdeckt - immer dann, wenn sie in NRW gerade nicht in Regierungsverantwortung ist. Wie bemerkte jemand doch kürzlich sehr treffend: Es ist noch gar nicht so lange her, dass die CDU in NRW die Regierung zusammen mit der FDP stellte. Herr Wittke war Verkehrsminister und Herr Kern war auch im Landtag. Und - wurde die Straße gebaut?

Hier der Artikel mitsamt einer Infografik zum Download.



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